Gegen
die folgenden gefährlichen Virusinfektionen der Katze sind Impfungen
sehr empfehlenswert: Parvovirose (Katzenseuche), Katzenleukose, Katzenschnupfen,
Tollwut.
Die Grundimmunisierung wird üblicherweise ab der 8. Lebenswochen
begonnen, die erste Tollwutimpfung sollte nicht vor der 12. Lebenswoche
verabreicht werden. Für eine vollständige Grundimmunisierung
ist eine Nachimpfung (außer
gegen Tollwut) mit ca. 12 Wochen erforderlich.
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Katzenseuche
(Parvovirose , Panleukopenie)
Ursache
und Übertragung:
Die durch ein Parvovirus hervorgerufene Erkrankung wird auch als Katzenseuche
oder Panleukopenie bezeichnet. Besonders schwer erkranken junge Katzen
aber auch ältere Tiere mit geschwächtem Immunsystem.
Bei kranken Katzen ist das Virus in allen Körperausscheidungen.
Der Erreger ist in der Umwelt sehr lange lebensfähig. Deshalb
ist eine Übertragung nicht nur durch den Kontakt von Katze zu
Katze, sondern auch indirekt über gemeinsam benutzte Eß-
und Trinknäpfe und über andere Einrichtungsgegenstände
möglich. Auch der Mensch kann das Virus an Kleidern oder Schuhen
von draußen hereintragen und auch ausschließlich in der
Wohnung lebende Katzen anstecken. Das Virus wird über den Mund
aufgenommen und befällt dann verschiedene Organe. Besonders schwer
wird die Schleimhaut des Darms zerstört.
Krankheitsanzeichen:
Etwa 4 bis 6 Tage nach der Ansteckung kann die Katze krank werden.
Sie bekommt hohes Fieber, ist sehr geschwächt, hat keinen Appetit
und muß häufig erbrechen. Ein bis zwei Tage später
kommt schwerer, anfangs wässriger und darauf häufig blutiger
Durchfall hinzu.
Durch den starken Flüssigkeitsverlust trocknen die Katzen sehr
schnell aus, werden teilnahmslos, ihre Augen fallen ein und das 3.
Augenlid (Nickhaut) bedeckt als Folge davon den nasenzugewandten Teil
des Augapfels. Die Erkrankung kann innerhalb kürzester Zeit zum
Tod führen.
Vorbeugung
und Behandlung:
Eine rechtzeitig durchgeführte, intensive tierärztliche
Behandlung kann in manchen Fällen das Leben der Katze retten.
Die regelmäßige Schutzimpfung gegen die Parvovirose der
Katze ist unbedingt zu empfehlen.
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Leukose
(FELV)
Ursache
und Übertragung:
Die durch das Feline Leukämievirus (FELV) verursachte Leukose oder
Leukämie ist die häufigste schwerwiegende Infektionskrankheit
der Katze. Glücklicherweise gibt es bis heute keinen Hinweis dafür,
daß dieser Krankheitserreger auch dem Menschen gefährlich
werden könnte. Eine infizierte Katze - sie muß noch nicht
sichtbar erkrankt sein - scheidet das Virus unter anderem in großen
Mengen über den Speichel aus. Die Ansteckung gesunder Katzen erfolgt
meist direkt von Tier zu Tier durch gegenseitigem Beschnüffeln
und Belecken. Der Erreger kann aber auch indirekt zum Beispiel bei der
Benutzung derselben Eß- und Trinknäpfe übertragen werden.
Die Infektion ist sogar von der Mutterkatze auf das ungeborene oder
neugeborene Kätzchen möglich. Nach der Ansteckung können
Monate bis Jahre vergehen, bis die Krankheit ausbricht.
Krankheitsanzeichen:
Die Krankheitsanzeichen sind derart vielgestaltig, daß sie hier
nicht alle genannt werden können. Erkrankte Katzen werden mit der
Zeit immer schwächer, magern ab, leiden oft an einer Veränderung
ihres Blutes, und bei einigen entwickeln sich auch durch das Virus verursachte
bösartige Tumoren.
Vorbeugung
und Behandlung:
Die Behandlung gegen die Ursache der Erkrankung gegen das Virus - ist
nicht möglich. Wenn der Krankheitsprozeß noch nicht weit
fortgeschritten ist und die Katze offensichtlich noch nicht daran leidet,
können die Symptome kuriert und die Abwehrkraft der Katze gestärkt
werden. Die Katze muß sofort von anderen Katzen getrennt werden,
um eine weitere Verbreitung zu verhindern. Das gilt natürlich für
alle infizierten Katzen. Dabei muß daran gedacht werden, daß
Katzen, die bereits infiziert aber noch nicht erkrankt zu sein brauchen,
das Virus trotzdem schon übertragen können.
Da es keine sinnvolle Therapieverfahren gibt, muß auf die Vorbeugung
besonderen Wert gelegt werden. Zunächst müssen die Katzen
erkannt werden, die das Virus weiterverbreiten können. Alle Mitglieder
einer Katzengemeinschaft sollten daher getestet werden. Mit dem Test,
der das Virus im Blut nachweist, können die meisten infizierten
Tiere erkannt werden. Wer ganz sicher sein möchte, läßt
seine Katzen zweimal im Abstand von drei Monaten testen. Natürlich
darf in dieser Zeit kein Kontakt zu anderen Katzen bestehen. Außerdem
sollte jede neu aufgenommene Katze getestet werden. Bei sehr großen
Katzenbeständen gibt auch der nicht ganz so genaue Speicheltest
gute Hinweise. Diese Vorsichtsmaßnahmen können allerdings
nur bei Katzen ohne freien Auslauf voll wirksam sein. Eine weitere Möglichkeit
vorzubeugen, ist die Impfung. Inzwischen gibt es gut verträgliche
Impfstoffe, die einen guten, wenn auch nicht 100%igen Schutz vor der
Infektion bieten. Vor der Impfung sollte durch einen Bluttest sichergestellt
sein, daß die Katze nicht bereits infiziert ist. Auf die vorherige
Blutuntersuchung kann bei Jungkätzchen mit einer nachweislich nichtinfizierten
Mutter verzichtet werden. Im Sinne einer effektiven Prophylaxe ist zu
fordern, daß möglichst viele Katzen getestet und geimpft
werden.
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Katzenschnupfen
Ursache
und Übertragung:
Der ansteckende Katzenschnupfen wird durch eine Vielzahl unterschiedlicher
Krankheitserreger übertragen. Dazu gehören Calici-, Herpes-
und andere Viren sowie Chlamydien, Mykoplasmen und verschiedene Bakterien.
Die infizierten Katzen scheiden die Erreger häufig in großer
Zahl über Nasen- und Augensekret sowie über den Speichel aus.
Gesunde Katzen werden über den direkten Kontakt mit einem infizierten
Tier beim Beschnuppern und gegenseitigem Belecken oder durch beim Niesen
versprühte Tröpfchen angesteckt. Die Infektion kann aber auch
durch gemeinsam benutzte Gegenstände wie Eß- und Trinknäpfe
erfolgen.
Krankheitsanzeichen:
Nach
einer Ansteckung kann es innerhalb von 1 bis 5 Tagen zum Krankheitsausbruch
kommen. Die Katzen sind träge und matt. Nase und Ohren fühlen
sich durch das Fieber meist wärmer an als sonst, und die Tiere
müssen häufig niesen. Sie haben außerdem keinen Appetit,
da sie geschwächt sind und durch die Nasenentzündung den Geruch
der Mahlzeit schlecht wahrnehmen können. Die Lymphknoten im Bereich
des Kopfes und die Mandeln können anschwellen. Die Entzündung
der Mundschleimhaut in Verbindung mit Schluckbeschwerden bewirkt manchmal,
daß Speichel in großer Menge aus dem Mund läuft. Mit
der Zeit kann der Augen- und Nasenausfluß durch die Beteiligung
von Bakterien eitrig- trüb werden. Die Sekrete werden so zäh,
daß die geschwächte Katze sie nicht mehr selbst durch Putzen
beseitigen kann. Durch den Krankheitsstreß können Haare vermehrt
ausfallen und das dritte Augenlid (die sogenannte Nickhaut) das Auge
teilweise abdecken. Je nach Abwehrkraft der Katze, Umweltbedingungen
und Art des Erregers können schwerwiegende Komplikationen wie Lungenentzündung
oder Geschwüre der Mundschleimhaut und der Hornhaut (Kornea) des
Auges auftreten. Besonders betroffen sind junge und abwehrgeschwächte
Katzen. In einer Katzengemeinschaft können in kürzester Zeit
alle Tiere erkranken.
Vorbeugung
und Behandlung:
Bereits bei den ersten Krankheitsanzeichen sollte eine tierärztliche
Untersuchung stattfinden. Neben der verordneten Behandlung muß
auf das Raumklima geachtet werden. Es darf nicht zu kalt und die Raumluft
nicht zu trocken sein. Die Sekretreste an Augen, Nase und Mund sollten
regelmäßig vorsichtig mit körperwarmem Wasser abgewaschen
werden. Gegen die wichtigsten, den ansteckenden Schnupfen auslösenden
Viren (Calici- und Herpesvirus) sowie gegen Chlamydien kann vorbeugend
geimpft werden. Die Impfung ist jedoch nicht gegen alle Erreger wirksam.
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Tollwut
Erreger
und Übertragung:
Eine der gefährlichsten Krankheiten für Mensch und Tier ist
die Tollwut. Dank veterinärpolizeilicher Maßnahmen ist es
gelungen, die bis heute unheilbare Tollwut einzudämmen. Sie kommt
aber immer noch gebietsweise vor. Besonders Hunde und Katzen werden
durch den Kontakt mit Wildtieren hauptsächlich Füchsen angesteckt.
Mit dem Speichel oder beim Biß wird das Tollwutvirus übertragen.
Krankheitsanzeichen:
Infizierte Tiere verhalten sich über eine längere Zeit fast
normal, sind ruhig und unauffällig. Dieser äußere Eindruck
täuscht.
Tollwutinfizierte Tiere sind äußerst gefährlich und
der Umgang mit ihnen ist auf jeden Fall zu vermeiden. Es ist allgemein
bekannt, daß man "zahmen" Füchsen in der Natur
ausweichen soll. Durch die Tollwut geht die natürliche Scheu vor
dem Menschen verloren. Erst Wochen und Monate nach der Ansteckung kann
es zu klinischen Symptomen kommen, die mit Juckreiz, Speichelfluß,
Unruhe und Bißwut auf Tollwut hinweisen können.
Vorbeugung
und Behandlung:
Die einzige Maßnahme, die freilaufende Katzen vor einer Tollwuterkrankung
sicher schützt, ist die vorbeugende Impfung. Wichtig ist, daß
der Impfschutz regelmäßig erneuert wird. Gehen Sie deshalb
rechtzeitig und jährlich mit der Katze zum Impfen.
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Erkrankung
durch das Feline Immunschwäche Virus (FIV)
Ursache
und Übertragung:
Das Feline-ImmunschwächeVirus (FIV) ist verwandt mit dem AIDS-Virus
(HIV) des Menschen. Eine mit dem FIV infizierte Katze stellt jedoch
keine Gefahr für den Menschen dar!
Die
Übertragung von Katze zu Katze findet in erster Linie über
Bisse statt. Wenn eine weibliche Katze während der Trächtigkeit
angesteckt wird, kann es auch zu einer Übertragung auf die Jungtiere
über die Plazenta während der Schwangerschaft oder über
die Milch während der Stillzeit kommen. Die Übertragung durch
den Deckakt ist wahrscheinlich aber noch nicht abschließend geklärt.
Katzen sind am meisten gefährdet, die mit vielen anderen Katzen
zusammen verkehren und häufig in Kämpfe verwickelt sind. Daher
kommt die FIV-Infektion bei Katzen mit freiem Auslauf besonders häufig
vor. Nach der Ansteckung vergehen oft viele Jahre bis die Erkrankung
ausbricht.
Krankheitsanzeichen:
Im
Körper der Katze befällt das Virus das Lymphsystem und schwächt
die Immunabwehr. Die Krankheitsanzeichen stehen häufig mit Zahnfleisch-
und Mundschleimhautentzündungen sowie bakteriellen Infektionen
von Haut, Harnblase und Atmungsapparat in Verbindung. Erkrankte Tiere
haben häufig Durchfall oder leiden an zentralnervösen Störungen.
Schließlich kann das erworbene Immunschwäche- Syndrom mit
tumorösen Lymphknotenveränderungen und Nierenversagen einhergehen.
Die Symptome können so vielgestaltig sein, daß eine Klärung
der Krankheitsursache nur über einen Bluttest mit Nachweis spezifischer
Antikörper gegen das FIV gelingt, die bereits einige Wochen nach
der Infektion vorhanden sind.
Vorbeugung
und Behandlung:
Leider gibt es bis heute keine Möglichkeit, durch eine gezielte
Therapie das FIV aus dem Körper der Katze zu eliminieren. Die Behandlung
beschränkt sich auf die Symptome und auf die Stärkung der
Abwehrkraft. Die bei AIDS-kranken Menschen eingesetzten chemotherapeutischen
Verfahren befinden sich für Katzen noch in Erprobung. Bei freilaufenden
Katzen kann eine Ansteckung nicht verhindert, das Risiko aber durch
Kastration und nächtliches Ausgangsverbot reduziert werden. Zur
Zeit gibt es noch keinen Impfstoff gegen das FIV.
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